Projekt Gaestezimmer

  • Vorwort

Aus dem ehemaligen Arbeitszimmer planen wir unser Gästezimmer einzurichten. Der Fußboden besteht aus mit „Ochsenblut“ bearbeiteten OSB-Platten. Hier planen wir einen neuen Boden zu verlegen. Des Weiteren wollen wir zum Teil die Balken freilegen und die Elektrik sowie die Internetkabel neu verlegen. Das Gästezimmer ist eines der drei Zimmer, welches innerhalb von vier Wochen fertiggestellt werden muss. Wir planen das Gästezimmer in den nächsten Monaten als unser Schlafzimmer zu benutzen bis wir irgendwann unser eigentliches Schlafzimmer fertiggestellt haben.


  • Einkaufsliste

– 6 Säcke Lehmputz (jeweils 25 kg)

– 6 Eimer Lehmrollputz Farbe weiß (jeweils 20 Liter)

– 15 qm² Laminat Typ Kastanie, Trittschalldämmung (Folie)

– Fußbodenrandleisten

– Holzlasur Innen Farblos (Balken)

– Holzlasur Innen Palisander (Tür/Türrahmen)

– Elektrik: Kabel (Strom, Internet), Steckdosen, Unterputzdosen, Verteilerdosen, Lichtschalter

– Tapetenentferner

– Werkzeuge:

Abriss: Bohrhammer, Hammer, Meißel, Winkelschleifer, Bohrmaschine, Kneifzange, Spachtel, Zollstock

Holzbearbeitung: Winkelschleifer inkl. Fächerschleifscheiben Holz, Bohrmaschine, Schleifmaschinen mit Schleifbürsten, Pinsel, Heißluftpistole

Verputzen: Kellen, Reibebretter, Spachtel,Putzeimer, Rührbohrer, Pinsel, Farbrollen mit Verlängerung, Abstreicher, Strukturrollen

Parkettverlegung: Laminatschneider, Abstandshalter,  Gummihammer


  • Der Ursprung

Das ehemalige Büro waren sehr altbacken mit farbiger Tapete beklebt. Der Boden bestand aus mit “Ochsenblut” behandelten OSB-Platten. Die Wände und Decke war krumm und schief, wie es in den alten Fachwerkhäusern so üblich ist.

20140412_121930 - bearbeitet

20140821_174315

20140821_174326


  • Phase I: Der Abriss

Initial mussten wir die Wände erst einmal von ihrer Blümchentapete befreien. Dies ging trotz Tapetenentferner und ständigem Einweichen sehr schwerlich voran, da sehr viele Lagen von unterschiedlichster Tapete auf uns warteten. Für diese Tätigkeit hatten wir nur Stunden eingeplant, am Ende verloren wir zwei ganze Tage. Leider erwartete uns unter der letzten Tapetenschicht auch noch ein Lackfarbenanstrich. Wie konnte man den armen Lehmwänden nur so etwas antun? Die Lackschicht haben wir vorsichtig abgespachtelt, was uns noch einmal einen Tag gekostet hat.

20140825_200948(0)

20140826_132414

Die Balken in der Wand zum Flur wollten wir freilegen. Da das Fachwerk schon im Flur freigelegt war, war es für uns ein einfaches die Balken zu finden. Mittels Hammer und Meißel sowie im Verlauf mit dem Bohrhammer legten wir vorsichtig die Balken frei. Über dem Fenster legten wir ebenfalls noch einen Balken frei. Mehr Balken wollten wir zur Außenfassade nicht freilegen, um zum einen die Statik nicht zu gefährden und zum zweiten um nicht einen zu großen Wärmeverlust zu bekommen.

20140827_082345

20140827_111331

20140827_111325

20140828_125336


  • Phase II Verlegung Elektrik

Nach dem Abriss planten wir die Verlegung der Elektrik inklusive Fernsehkabel, Internetkabel sowie Audiokabel. Zum Glück ist die Elektrik das Gewerk vom Hausherrn, sodass wir dafür keine externe Firma engagieren mussten.

20140903_194030


  • Phase III Verputzen

Verputzen ist bei uns Frauenarbeit.

Wir haben uns entschlossen mit natürlichen Baustoffen zu arbeiten. In unserem Falle heißt das Lehmputz. Nach dem Abriß wollten wir sofort mit dem Verputzen beginnen, da uns ja die Zeit wegzulaufen schien. Da im Baumarkt unseres Vertrauens kein Lehmputz erhältlich war, fragten wir im Medium Internet nach. Nach 15 Minuten Recherche bemerkten wir unser Dilemma, an Lehmputz kommen wir so schnell nicht heran. Es gibt einige Firmen, die einen beliefern, dass dauert aber im Schnitt 14 Tage. Zu diesem Zeitpunkt mussten wir aber schon in das Haus einziehen. Sprich diese Zeit hatten wir auf keinen Fall. Für uns war es erschreckend, dass man im Einzugsgebiet von Berlin keinen Baumarkt oder Baustoffhandel fand, der Lehmputz vorrätig hatte. Alle mußten erst bestellen, was einen heftigen Zeitverzug für uns bedeuten würde. Zum Teil hatten die Baumärkte überhaupt keinen Lehmputz im Sortiment. Bei unserer verzweifelten Herumtelefoniererei fanden wir eine sehr nette und engagierte Mitarbeiterin in einer Baumarktkette, die sämtliche Baumärkte im Umkreis von 150km nach Lehmputz durchforstete. Und am Ende fand sie einen Baumarkt in Potsdam. Wir fuhren dann also 120 km (eine Strecke) um unserem Lehmputz (als Unterputz sowie als Rollputz) zu kaufen. Diese Aktion kostete uns einen ganzen Tag, die Zeit, die wir eigentlich gar nicht hatten. Am selben Tag bestellten wir bei einem Internetanbieter für Lehmputz eine Großlieferung für die weiteren Zimmer.

Am nächsten Tag konnte es endlich losgehen. Da wir ja die Balken freigelegt hatten, reichte es nicht einfach nur die Wände zu verputzen. Wir mussten überall schöne glatte Kanten herausputzen. Als Nichtprofi eine schöne Herausforderung. Wir sehr freute ich mich, wenn ich mal wieder eine glatte und ebene Wand verputzen durfte. Das Verputzen kostete uns so 3 Tage aufgrund der Raffinesse des Kantenverputzens.

20140828_143511

20140828_150225

20140828_160908

20140828_160900


  • Phase IV Holzbearbeitung

Wir sehr hatten wir uns schon darauf gefreut endlich das Holz/Balken bearbeiten zu können. Erst kam der Grobschliff mittels Winkelschleifer inkl. Fächerschleifscheiben Holz. Diese Arbeit ging dem Mann des Hauses gut von der Hand. Ab und zu flogen zwar die Funken und die Balken zeigten verschmorte Areale, aber alles in allem klappte dieses Abschleifen wie geplant. Für den Feinschliff hatten wir uns extra zwei Handschleifmaschinen gekauft. Leider waren sie für unsere Balken viel zu breit. An den Wänden zerstörten sie eher die sorgfältig herausgearbeiteten Kanten. Wir zogen erneut los in die Baumärkte der Nation und versuchten es mit Schleifbürsten für die Bohrmaschine. Und siehe da, das Ergebnis überzeugte uns. Allerdings war der Verschleiss sowohl für die Fächerschleifscheiben als auch für die  Schleifbürsten sehr hoch und in unserem Baumarkt gab es immer nur ein sehr begrenztes Angebot. So waren wir viel mehr auf den Strassen unterwegs um Nachschub zu organisieren,als uns lieb war. Denn die Zeit rannte immer noch. Die aufwendigste Prozedur war es allerdings die Türrahmen von ihrem alten Lack zu befreien. Trotz Heißluftpistole kosteten uns alleine die Türen des Erdgeschosses zwei Tage und damit meine ich nicht die Türen, sondern nur die Rahmen. Die Türen an sich wollten wir erst ganz am Ende, also nach Einzug sanieren.

Nachdem sämtliche Balken abgeschliffen waren, erfolgte eine ausgiebige Reinigung.

Anschließend wurde auf sämtliche Balken Wurmex aufgetragen. Nun hieß es noch einmal 24 Stunden warten bis wir weiter machen konnten.

Dann wurden die Balken zweimalig mit Holzlasur Innen Farblos (Bio) gestrichen. Die Türrahmen wollten wir ein wenig herausheben und entschieden uns für die Farbe Palisander. Wir waren sehr positiv überrascht wie die farblose Holzlasur die Farbe der Balken ändert. Jeder Balken hatte plötzlich eine eigene intensive Farbe. Von warmen hellen Tönen, über Rottöne bis zu saftigen Braun war alles dabei. Uns gefiel diese Eigenfarbe des Holzes sehr.

20140913_191015 20140914_103017

20140913_191022 20140914_103009


  • Phase V Fußboden

Im Gästezimmer befand sich ein Fußboden bestehend aus mit Ochsenblut gestrichenen OSB – Platten. Wir grübelten lange welchen Belag wir im Gästezimmer haben wollten: Dielen, Parkett oder doch Laminat? Wir konnten uns nicht einigen und entschlossen uns im Baumarkt umzuschauen.Relativ schnell fanden wir ein Nussholzlaminat, dass es uns total angetan hatte und so entschieden wir uns für Laminat. Auch das Verlegen vom Laminat ging nicht wie gedacht schnell von der Hand, da die Wände, wie schon mehrmalig erwähnt krumm und schief sind und man keinen rechten Winkeln in den Ecken findet. Aber auch dieses Ergebnis mit seinen kleinen Fehlern stellte uns sehr zufrieden. Die Abschlussleisten müssen wir irgendwann noch verlegen.

20140918_225209

20140918_225233

20140918_225239


  • Phase VI Rollputz

Bevor der Endschliff beginnen konnte, begann noch mal das große Reinemachen. Anschließend haben wir überall Folie ausgelegt und die Balken abgeklebt und haben wir die Decke und die Wände mit grobkörnigen weißen Lehmrollputz verputzt. Das hört sich so einfach an. Allerdings kam uns des Öfteren der Putz wieder von den Wänden oder er wollte nicht weiß werden. Wir mussten immer wieder den Unterputz nachbessern.Viel schlimmer allerdings war die Decke. Kaum hat man die Decke mit der Farbrolle berührt, da kam uns schon die halbe Decke entgegen. So hat uns das Verputzen dieses kleinen 15 qm² Zimmers zweieinhalb extrem nervenaufreibendeTage und viele graue Haare (die demnächst bestimmt anfangen zu wachsen) gekostet und einmal wieder unseren Zeitplan extrem nach hinten geworfen.

Allerdings hatten wir es nun endlich geschafft, das erste Zimmer war nach 2 Wochen halbwegs fertig und wir konnten es provisorisch in den nächsten Monaten als Schlafzimmer benutzen.

20140904_193013

20140914_134820

20140918_070710

20140918_165545


  • Das Ergebnis

Nach all den vielen Problemen und Rückschlägen und der wirklich viel zu kurz bemessenen Zeit, waren wir mit unserem Ergebnis sehr zufrieden. Man findet zwar überall Schönheitsflecken, aber das zeugt von unserer Eigenleistung. Wir sind halt keine Profis.

Allerdings, nachdem wir nun auch das Obergeschoss saniert haben und viel mehr Zeit und Erfahrung dafür hatten, merkt man den Unterschied doch.  Die Zimmer im Obergeschoss sind unser ganzer Stolz, während wir unten manchmal denken, hoffentlich sieht keiner diese oder jene Ecke, Kante, Unebenheit ….

20140919_123057

20140919_124950

20140919_125008

20140919_125046

20140920_075951

20140920_075955

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: